Meine Zuneigung zu Tieren war mir bereits in die Wiege gelegt

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Ja, das bin ich. Es ist vielleicht schon ein paar Jahre her, genau genommen 1960 aber die Person ist immer noch die gleiche. Als jüngstes Mädchen von vier Kindern war mein Status zu Hause bereits von Anfang an festgelegt.

Nesthäkchen!

Bereits sehr früh entdeckte ich meine Vorliebe für Tiere. Als andere mit Puppen spielten, saß ich entweder im nächsten Kuhstall, wo gerade ein Kalb zu bestaunen war oder ich war im Pferdestall, weil gerade ein Fohlen geboren worden war.

Meine Mutter mußte abends ständig durchs Dorf radeln und mich auf irgendwelchen Bauernhöfen suchen. Dies änderte sich erst, als die Bernhardinerhündin des Hofes genau nebenan, ihre sechs Welpen bekommen hatte. Von dem Moment an war der Weg für meine Mutter nicht so weit, der Kampf mich nach Hause zu bekommen aber um zu heftiger. Zu meinem sechsten Geburtstag bekam ich einen Indianeranzug mit weißen Fransen an den Hosenbeinen. Die hielten genau bis Mittag, dann hatten die sechs kleinen Bernhardinerwelpen diese abgefressen. Leider waren die kleinen Welpen irgendwann groß und zogen aus. Übrigblieb aber zum Glück die große Hündin. Diese Hündin hieß Dicki und mit diesem Hund an der Seite brauchte man vor nichts Angst haben. Ich glaube so eine Jugend wie ich sie hatte, gibt es heute nicht mehr. In den Sommerferien stellte ich in unserem Garten, der an eine Pferdekoppel grenzte, mein Indianerzelt auf. Dicki mußte natürlich mit. Dort gab es einen Apfelbaum, dessen Zweige ragten weit auf die Pferdewiese. Von diesen Zweigen ließ ich mich dann auf den Rücken der dort grasenden Pferde fallen und spielte die damals heiß geliebte Fernsehserie Furry nach.

Meine Mutter bekam jedesmal einen Herzstillstand, wenn sie sah wie ich das hochsteigen des Pferdes übte. Natürlich oben auf dessen Rücken und dann im wilden Galopp über die ganze Koppel ritt. Wenn die wilde Rettungsaktion vorbei war ging ich zusammen mit meinem großen Wachhund in mein Wickwam und hielt Mittagsschlaf. Ich wollte umbedingt einen eigenen Hund aber meine Mutter wollte keinen und schon garnicht so einen großen.

Ich wurde gerade 10 Jahre alt, als unsere Nachbarin die schwanger war mich fragte, ob ich ihr kleines, weißes, stubenreines Zwergkaninchen haben wollte. Da ich damals ja wohl noch fragen mußte kann sich jeder vorstellen, wie begeistert meine Mutter von der Idee war. Vom Sternzeichen Stier, eiserner Wille, ausgeprägter Sturkopf und mit dem Kopf durch die Wand, bekam ich trotzdem dieses Kaninchen. Schon mit 10 Jahren, konnte ich allerdings nicht ertragen, das ich morgens in die Schule mußte und dieses kleine weiße Kaninchen, es hieß übrigens Bunny, alleine bleiben sollte. Wie bereits erwähnt, eiserner Wille, also  gab es bei Zeiten ein kleines Meerschweinchen dazu. Dummerweise hatte ich dann auch noch eine Freundin die sogar Kaninchen züchtete, zusammen mit ihrem Vater und so hatte ich ganz schnell 3 Kaninchen und 4 Meerschweinchen.

 

 

 

       Wir wohnten damals in einem rießigen alten Schulhaus, da mein Vater in diesem Dorf der Schulleiter war. An dieses Haus war ein großer Werkraum für die Schüler angebaut, sodaß ich jederzeit den Platz und das Werkzeug darin zu Verfügung hatte. Unter fachmännischer Leitung meines Vaters, der auch Werklehrer war, bauchten wir dann Kaninchenställe und einen großen Freilauf für den Garten. Das war mein Leben zu Hause, aber es gab auch noch ein Leben ausserhalb der vier Wände und das verbrachte ich nach wie vor im Pferdestall. Wer sich schon mal mit dem Reitsport beschäftigt hat, dem sagt vielleicht noch der Name Gerd Wildfang etwas. Olympia Sieger im Springreiten ich glaube 1972. Der hatte jedenfalls seine vier Pferde in unserem Dorf stehen und ich durfte sie jedesmal nach dem Training trockenreiten. Zur gleichen Zeit fing ich auch an mit dem voltigieren. Für Nichtkenner, turnen auf dem galoppierenden Pferd. Reitunterricht war damals zu teuer. Wir sind eben einfach so geritten. Damals konnte man auch noch über die Stoppelfelder zum Hufschmied reiten.

Dann kam meine erste Klassenreise und mein Bruder hatte mir versprochen sich um die Kaninchen und Meerschweinchen zu kümmern, während ich fort war. Leider bekam mein Bruder eine kräftige Grippe und somit blieb alles an meiner Mutter hängen. Als ich zurückkam von der Reise machte sie mir den Vorschlag, alle meine Kaninchen und Meerschweinchen meiner Freundin zu vermachen, wegen der vielen Arbeit und wir würden dann einen kleinen Hund bekommen. Mein Vater wollte nämlich auch gerne einen Hund. Als ich 12 Jahre alt war fuhren wir dann in ein Forsthaus und schauten uns Rauhhaardackel an. Die Züchterin teilte uns mit, das sie einen halbjährigen Rüden hätte, der schon zu alt wäre für die ganz kleinen aber noch zu jung für die Erwachsenen. Den wollte ich natürlich sofort sehen und es wurde mein Hund.

Schlingel von den Buchwäldern

Von da an ging alles nur noch mit Hund. Morgens nahm meine Mutter ihn mit und am Nachmittag ging nichts mehr ohne ihn. Als ich 14 war, verstarb mein Vater und das war das erste Mal, das dieser Hund weggelaufen war. Wir suchten überall nach diesem Hund. Unser Haus stand direkt an einer Hauptverkehrsstraße gegenüber von der Dorfkirche und somit auch gegenüber vom Friedhof. Dort lag mein Vater begraben und dort saß auch der Dackel an seinem Grab und fing schon an zu buddeln.

Als 15 jährige verbrachte ich die ganze Nacht bei der Hündin unseres Dorfpastors und half ihr acht Welpen auf die Welt zu bringen, weil sich kein anderer genötigt sah, bei diesem Hund zu bleiben. Aufgrund meiner großen Zuneigung zu Tieren und meinem großen Interesse an Biologie wollte ich dann in Hannover Veterinär Medizinisch Technische Assistentin lernen. Ich hatte sogar schon einen Platz aber da es meiner Mutter nicht möglich war, diese Ausbildung zu finanzieren, mußte ich notgedrungen auf Ihren Wunsch hin Bürokaufmann lernen. Nicht umbedingt mein Traumberuf.

Damals brauchte ich für den Weg zur Arbeit eine Mofa, weil man anders die weite Strecke nicht bewältigen konnte. Schon damals hatte ich eine vorliebe fürs Zweiradfahren.

 

Während der Ausbildung machte ich dann meinen Führerschein und hatte einen sehr jungen schwarzen Fahrlehrer, der davon überzeugt war, ich sollte umbedingt den Motorradführerschein machen. Heute bin ich froh, denn sonst hätte ich nie mit meinem Mann so eine fantastische Harleyzeit erleben können.

                

Ich glaube ich sollte mal erwähnen, das ich in der Nähe von Bremen großgeworden bin und auch dort meine Schulzeit und meine Lehre hinter mich gebracht habe. Danach bin ich dann nach Delmenhorst umgezogen und habe auch dort gearbeitet. Zu der Zeit hatte ich mein erstes großes Motorrad, eine 1000der Suzuki mit 92 PS. Als ich zwanzig war, zog es mich weiter weg und da ich die Stadt Hamburg schon immer sehr schön und fazinierend fand, zog ich, nachdem ich mir mit einem Freund dort einen Arbeitsplatz bei einer Autovermietung gesucht hatte, nach Hamburg. Silvester 1980 sind wir umgezogen. Dann folgte eine sehr schöne Zeit in der wir viel herumkamen. Wir überführten PKW`s von Hamburg nach Schweden, von Paris

nach Hamburg oder 7,5Tonner LKW`s von Frankfurt nach Hamburg. Ich fuhr schon immer gerne alles was groß oder schnell war. Nach einem Jahr Autovermietung wechselte ich zur Zeitarbeit und kam so in viele große Hamburger Firmen. Auf diesem Wege lernte ich dann auch meinen nunmehr 29 Jahre angetrauten Ehemann kennen. Von da an ging alles sehr schnell, verliebt, schwanger, verheiratet.  

Aber nicht nur einfach so schwanger, nein es mußten ja gleich Zwillinge werden! Und die nicht einfach nur irgendwann, nein mein bereits erwähnter Sturkopf hatte es sich nun einmal in den Kopf gesetzt, dass es doch ganz schön wäre, wenn wir alle 3 am selben Tag Geburtstag hätten. Also sind wir jetzt zum Leidwesen meines armen Mannes alle 3 Stiere geworden.

Wir brauchten ein vernünftiges Dach über dem Kopf und also bauten wir an der östlichen Stadtgrenze von Hamburg aber bereits zu Schleswig-Holstein gehörend, ein Haus. Hier wuchsen unsere Kinder auf, hier gingen unsere Kinder in die Schule und hier konnten wir auch so viele Tiere beherbergen. Jetzt nachdem wir hier 27 Jahre gewohnt haben und die Kinder schon lange in eigenen Wohnungen wohnen, haben wir uns entschlossen nocheinmal neu zu bauen.

 

                               

                                 

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